Das künstliche Hüftgelenk


Ersatz des abgenutzten Hüftgelenkes

Das Einsetzen einer Hüftgelenksprothese zur Behandlung des arthrotisch veränderten Hüftgelenkes (Coxarthrose) ist eine etablierte orthopädische Operation, welche seit mehr als 60 Jahren erfolgreich durchgeführt wird. Ist der als Stossdämpfer wirkende Knorpelbelag des Hüftkopfes und des als Pfanne bezeichneten Beckenanteils abgenutzt (Abb. 1) wird die Belastung und auch die Bewegung des betroffenen Hüftgelenkes zunehmend schmerzhaft. Zusätzlich wird die Beweglichkeit durch Knochen-anbauten am Gelenkrand eingeschränkt (Abb.2).

Abb.1: gesundes Hüftgelenk (Schema) und Abb.2: arthrotisches Hüftgelenk

Abb.1: gesundes Hüftgelenk (Schema) und Abb.2: arthrotisches Hüftgelenk


Ursachen

Meist geht der Hüftgelenksarthrose eine Fehlbildung der Hüftkonfiguration (ungünstige Stellung des Oberschenkelhalses und der Pfanne) aufgrund genetischer Veranlagung oder eine unfallbedingte Verletzung voraus. Nicht selten ist auch eine vermehrte Knorpelabnutzung durch Überlastung des Hüftgelenkes die Ursache.


Informationsveranstaltungen

In regelmässigen Abständen hält Dr. Rapp Vorträge für Patienten und interessierte Kollegen. Im Rahmen eines Referates werden dabei die Ursachen und moderne Therapiemöglichkeiten der Kniegelenksarthrose anhand anschaulicher Bilder und Videos erläutert. Melden Sie sich noch heute für den nächsten Vortrag oder für eine Konsultation in der Sprechstunde unter Tel 044 387 31 45 an.


Diagnose

Die Diagnose der Coxarthrose kann durch die klinische Untersuchung und die Interpretation der Röntgenbilder durch den Facharzt zuverlässig gestellt werden. Der Verschleiss des Knorpelbelages lässt sich anhand der Verschmälerung des Gelenkspaltes im Röntgenbild (Abb. 3) erkennen. Bringen Sie bitte alle bereits vorhandenen Unterlagen (Berichte, Röntgenbilder, MRI, CT, etc) zur Konsultation bei Dr. Rapp mit.

Abb.3: gesundes (li) und arthrotisches (re) Hüftgelenk

Abb.3: gesundes (li) und arthrotisches (re) Hüftgelenk


Operationszeitpunkt

Der optimale Zeitpunkt für eine Hüft-Prothesen-Operation wird vom Patienten selbst festgelegt. Dabei spielt das Alter des Patienten nur eine untergeordnete Rolle. Ausschlaggebend ist vor allem der Leidensdruck aufgrund der eingeschränkten Lebensqualität. Dr. Rapp erklärt Ihnen gerne anhand der Untersuchungsbefunde und der Röntgenbilder ob eine Operation sinnvoll ist und in wie weit Sie von der Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes profitieren können.


Risiken

Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes ist keine Notfalloperation. Der Arzt kann sie zusammen mit dem Patienten in Ruhe vorbereiten und die Rehabilitation planen. Risiken, die wie bei jedem chirurgischen Eingriff vorhanden sind, können auf ein Minimum reduziert werden. Auf ein gewisses Restrisiko von Komplikationen wie Thrombose, Embolien, Infektionen, Wundheilungsstörung, Bluterguss, Verletzungen von Nerven oder Blutgefässen, Vernarbungen mit schlechter Beweglichkeit und Funktion des Hüftgelenkes muss der Patient vor der Operation hingewiesen werden. Alle diese Risiken sind jedoch sehr selten und treten in weniger als einem Prozent der Fälle auf. Dr. Rapp erläutert dies Ihnen gerne anhand des Aufklärungsprotokolles, welches vor jeder Operation zusammen mit dem Patient ausgefüllt wird.


Vorbereitung

Nach der Konsultation bei Dr. Rapp vereinbart Frau Pfister mit Ihnen die genauen Daten des Anästhesiegespräches mit dem Narkosearzt und das Spitaleintrittsdatum. Vorgängig ist in der Regel noch eine präoperative Routineuntersuchung beim Hausarzt notwendig. Bitte vereinbaren Sie hierzu einen zeitnahen Termin bei Ihrem Hausarzt. Dr. Rapp wird dem zuweisenden Arzt sowie dem Hausarzt einen orthopädischen Bericht zur Information zukommen lassen.


Klinikaufenthalt

Sie können normalerweise am Tag der Operation im Spital eintreten. In seltenen Fällen, meist bei Patienten mit Herz-Kreislauf- oder Lungenproblemen ist der stationäre Eintritt am Vortag sinnvoll. Bitte entnehmen Sie der Spitalbroschüre was Sie in Ihr Köfferchen packen sollen. Nach Bezug des Zimmers werden Sie in Ihrem Bett vom Pflegepersonal in den Vorbereitungsraum des Operationssaals gebracht. Dort erwartet Sie bereits die Equipe der Anästhesie zur OP-Vorbereitung. Hier erhalten Sie einen venösen Zugang für die Narkosemedikamente und werden auf dem „Operationstisch“ durch einen Lagerungsfachmann bequem gelagert.
Dr. Rapp ist dann bereits im Operationssaal und überprüft die korrekte Lagerung bevor mit der Desinfektion des zu operierenden Beines begonnen wird. Da die Operation unter sterilen Bedingungen stattfindet und das gesamte Operationsgebiet mit sterilen Tüchern abgedeckt werden muss ist ein Zuschauen nicht möglich. Die eigentliche Operation dauert in der Regel zwischen 60 und 90 Minuten.


Operation (Material und Technik)

Die operative Versorgung besteht in der Entfernung des erkrankten, abgenutzten Hüftkopfes und des Pfannenanteiles im Beckenknochen. Als Ersatz wird eine Stielprothese in den Oberschenkel und eine Pfanne (Abb.4) in den Beckenknochen eingebracht. Beide Komponenten können in der Regel zementfrei verankert werden. Bei schlechter Knochenqualität kann eine Zementierung der Komponenten erfolgen, um eine ausreichende Stabilität zu
erhalten. Die Implantation einer Hüftprothese ist eine orthopädische Routineoperation. Sie verlangt dennoch Erfahrung, Sorgfalt und eine genaue präoperative Planung.

Abb.4: Prothesen-Kopf, -Pfanne und -Schaft

Abb.4: Prothesen-Kopf, -Pfanne und -Schaft

Moderne Hüftprothesen bestehen aus Metall-Legierungen (Titan oder Kobalt-Chrom), in welche der Knochen in kurzer Zeit einwachsen kann. Der Prothesenkopf besteht aus Keramik oder Metall und wird auf den Konus des Metallschaftes aufgesetzt. Unterschiedliche Grössen des Schaftes, der Pfanne und des Kopfes ermöglichen eine ideale Einstellung der Beinlänge, was für ein perfektes Ergebnis wichtig ist.

Ausschlaggebend für eine schnelle Rehabilitation des Patienten ist ein möglichst schonender Zugangsweg zum Hüftgelenk. Moderne Instrumente erlauben dem Operateur das abgenutzte Hüftgelenk zu entfernen ohne die hüftnahe Muskulatur ablösen zu müssen. Dr. Rapp wendet diese Methode bereits seit 2006 erfolgreich an. In Fachkreisen wird „minimalinvasive vordere Zugang zum Hüftgelenk“ genannt. Die Abbildung unten veranschaulicht die Anatomie der Beckenregion mit der um das Hüftgelenk liegenden Muskulatur (blau markiert) welche nur auseinander gedrängt und nicht wie bei der früheren Methode abgelöst werden muss.

Abb.5: Anatomie der Hüftmuskulatur / Gelenk

Abb.5: Anatomie der Hüftmuskulatur / Gelenk

Nach der Operation ist ein kurzer Aufenthalt im „Wachsaal“ zur Überwachung der Vitalfunktionen nach der Narkose eingeplant. Bei stabilen Kreislaufverhältnissen kann der Patient anschliessend direkt wieder auf die Pflegestation verlegt werden. Auf dem Weg dorthin wird ein Zwischenstopp in der Röntgenabteilung eingelegt, um ein postoperatives Röntgenbild anzufertigen. Dies dient zur Stellungskontrolle der implantierten Prothese. Ausserdem wird eine entzündungshemmende Therapie mit Medikamenten und lokaler Kälteanwendung eingeleitet, welche die ersten zwei Wochen weitergeführt werden sollte.

Am ersten Tag nach der Operation erfolgt bereits die Mobilisation an 2 Gehstöcken im Patientenzimmer, wobei das operierte Hüftgelenk zunehmend nach Massgabe der Beschwerden belastet werden darf. Am zweiten Tag erfolgt die Mobilisation auch ausserhalb des Patientenzimmers und ab dem dritten oder vierten Tag werden die Treppen in Angriff genommen.

Die Visite mit Wundkontrolle erfolgt jeden Tag durch Dr. Rapp persönlich. Nach fünf bis sieben Tagen ist die Mobilisation meist schon so weit fortgeschritten, dass der Patient mit einem sicheren Gangbild und reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen werden kann. Nachkontrollen sind zwei Wochen nach Operation beim Hausarzt zur Wundkontrolle und sechs Wochen nach Operation zur Funktionsprüfung und Röntgenkontrolle des „neuen“ Hüftgelenkes in der Praxis von Dr. Rapp vorgesehen.

Abb. 6: Röntgenbild mit Hüftprothese

Abb. 6: Röntgenbild mit Hüftprothese


Rehabilitation

Auf Wunsch des Patienten kann nach Kostengutsprache der Versicherung eine stationäre Rehabilitation für weitere zwei Wochen durchgeführt werden. Vor allem bei älteren Patienten, welche sich alleine versorgen müssen ist dies eine sinnvolle Variante. Drei Wochen nach erfolgter Hüftprothesen-Operation sind die meisten Patienten soweit in der Lage sich selbständig zu versorgen. Sollte eine stationäre Rehabilitation nicht gewünscht werden, ist die Physiotherapie ambulant (heimatnah) fortzuführen. Sie erhalten ein entsprechendes Rezept bei Austritt aus dem Spital. Die ganze Rehabilitationsphase nach Hüftgelenksersatz dauert in der Regel drei Monate. Nachuntersuchungen werden zur Qualitätskontrolle sechs Wochen, drei Monate sowie sechs und zwölf Monate nach der Operation durchgeführt.


Prognose

Weltweit werden jährlich ungefähr 1.5 Millionen Hüftprothesen implantiert, in der Schweiz liegen die Zahlen bei circa 20’000 pro Jahr. Langzeituntersuchungen zeigen, dass ein korrekt eingesetztes und gut eingeheiltes Hüftgelenk problemlos mehr als 25 Jahre funktionieren kann. Die Statistiken bestätigen, dass in über 90 Prozent der Fälle die Patienten mit dem künstlichen Hüftgelenk sehr zufrieden sind und ein normales unbeschwertes Leben führen können.


Kunstgelenk und Sport

Sinnvolle Sportarten für Patienten mit einem künstlichen Gelenk sind Velofahren, Walking, Crosstrainer und Schwimmen. Weniger sinnvoll sind repetitive Stossbelastungen, wie sie beim Joggen, Tennis, Squash oder bei Kontaktsportarten auftreten können. In dosiertem Mass sollte jedoch auch dieser Sport weiterhin ausgeübt werden können.


Referenzen unserer Patienten

  • "Ich bin wieder voll aktiv, die operierte Hüfte habe ich völlig vergessen!"
    3 Monate nach minimalinvasiver Hüftprothesen-Operation
    Frau A. Baumann (72)

  • "Das Operationsergebnis ist optimal - mein Knie ist wieder voll einsatzfähig!
    Bereits nach 3 Monaten spiele ich wieder schmerzfrei Golf!" (Knie-Teilprothese)
    Herr J. Wyrsch (62) aus Zürich

  • "Bereits 6 Monate nach Kreuzbandrekonstruktion konnte ich wieder problemlos
    Unihockey spielen. Das operierte Knie habe ich so gut wie 'vergessen'."
    Herr M. Bitzi (35) aus Zürich

  • "Fünf Stunden war die längste Wanderung im schönen Emmental - Dank Ihnen ohne jegliche Schmerzen."
    3 Monate nach Knie-Teilprothesen-Operation.
    Herr P. Bosshard (70) aus Brugg

  • "Schon nach 2 Wochen konnte ich schmerzfrei und ohne Stöcke gehen."
    (Hüft-Totalprothese-minimalinvasive Technik)
    Frau D. Burkart (43) aus Ottenbach

  • "Ich würde die Operation sofort wieder durchführen lassen.
    Seither bin ich im Alltag und beim Sport schmerzfrei." (2 Monate nach Knie-Teilprothesen-Operation)
    Frau C. Casanova (57) aus Zürich

  • "Seit mehr als 4 Jahren mache ich wieder regelmässig Kung-Fu Training ohne Schmerzen.
    Vorher konnte ich kaum mehr auf den Töff steigen." (Hüft-Prothesen-Operation)
    Herr S. Di Giandomenico (40) aus Zufikon